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FUTO 07 Ubuntu Server

Inhaltsverzeichnis (6 Abschnitte)
  1. Konzepte und Hintergrund
  2. Architektur-Diagramm
  3. Praktische Schritte
  4. Häufige Fallstricke
  5. Weiterführende Ressourcen
  6. Wissens-Check

FUTO 07 Ubuntu Server

In diesem Modul richten Sie einen Ubuntu Server als Grundlage für Ihr selbstverwaltetes IT-Ökosystem ein. Sie lernen die grundlegende Installation, die Konfiguration des SSH-Zugangs und die Absicherung Ihrer Serverumgebung. Nach Abschluss dieses Moduls verfügen Sie über einen funktionsfähigen und abgesicherten Server, den Sie als Basis für weitere Dienste wie Nextcloud, Docker-Container oder eigene Anwendungen nutzen können.

Die praktischen Übungen führen Sie schrittweise durch die essentiellen Konfigurationen, von der Paketverwaltung bis zur Firewall-Einrichtung. Sie erwerben das Wissen, um Ihren Server effizient zu verwalten und gegen gängige Angriffsmethoden abzusichern.

Konzepte und Hintergrund

apt (Advanced Packaging Tool)
Das Paketverwaltungssystem für Debian-basierte Distributionen wie Ubuntu. Ermöglicht die Installation, Aktualisierung und Entfernung von Softwarepaketen mit Abhängigkeitsauflösung.
systemd
Das init- und Systemmanager-System für moderne Linux-Distributionen. Verwaltet alle Systemdienste, Startskripte und Ressourcen durch eine einheitliche Architektur mit Units.
ufw (Uncomplicated Firewall)
Eine vereinfachte Frontend für iptables, das die Konfiguration von Firewall-Regeln ohne tiefes iptables-Wissen ermöglicht. Ideal für die Absicherung von Servern mit klar definierten Regeln.
SSH-Hardening
Die Absicherung des SSH-Zugangs durch Konfigurationsänderungen wie Passwort-Login-Deaktivierung, Schlüsselauthentifizierung, Portänderung und Login-Beschränkungen, um automatisierte Angriffe zu verhindern.
unattended-upgrades
Ein automatisiertes System für Sicherheitsupdates, das kritische Patches ohne manuelle Eingriffe installiert, um die Systemstabilität und Sicherheit zu gewährleisten.

Architektur-Diagramm

flowchart LR
  A[Internet] --> B[Ubuntu Server]
  B --> C[Firewall (ufw)]
  B --> D[SSH-Zugriff]
  B --> E[Anwendungen]

Praktische Schritte

  1. Installieren Sie Ubuntu Server 22.04 LTS minimal mit SSH-Server während der Installation. Dies reduziert die Angriffsfläche von Anfang an.
  2. Stellen Sie nach dem ersten Login sicher, dass Ihr System aktuell ist:
    sudo apt update && sudo apt upgrade -y
  3. Konfigurieren Sie die Firewall mit grundlegenden Regeln:
    sudo ufw default deny incoming
    sudo ufw allow ssh
    sudo ufw enable
  4. Installieren und konfigurieren Sie automatische Updates:
    sudo apt install unattended-upgrades
    sudo dpkg-reconfigure -plow unattended-upgrades
  5. Erstellen Sie einen dedizierten Benutzer mit sudo-Rechten:
    sudo adduser adminuser
    sudo usermod -aG sudo adminuser
  6. Sichern Sie den SSH-Zugang durch Bearbeiten der Konfiguration:
    sudo nano /etc/ssh/sshd_config
    und setzen Sie PasswordAuthentication auf no.
  7. Ändern Sie den SSH-Port von 22 auf einen anderen Wert (z.B. 2222) und deaktivieren Sie root-Login:
    sudo nano /etc/ssh/sshd_config
  8. Laden Sie die SSH-Konfiguration neu:
    sudo systemctl reload sshd
  9. Installieren und konfigurieren Sie fail2ban zur Absicherung gegen Brute-Force-Angriffe:
    sudo apt install fail2ban
    sudo cp /etc/fail2ban/jail.conf /etc/fail2ban/jail.local
  10. Setzen Sie einen sicheren Hostnamen und konfigurieren Sie statische IP-Einstellungen:
    sudo hostnamectl set-hostname server01
    sudo nano /etc/netplan/01-netcfg.yaml

Häufige Fallstricke

Weiterführende Ressourcen

Wissens-Check

Vier Fragen zur Selbstkontrolle. Klicken Sie jede Frage an, um die richtige Antwort und Erklärung zu sehen.

Welches Werkzeug ermöglicht die vereinfachte Konfiguration von Firewall-Regeln ohne tiefes iptables-Wissen?
  • A) systemd
  • B) ufw
  • C) apt
  • D) unattended-upgrades

Richtige Antwort: B. ufw (Uncomplicated Firewall) ist eine vereinfachte Frontend für iptables, das die Konfiguration von Firewall-Regeln ohne tiefes iptables-Wissen ermöglicht. systemd ist ein init- und Systemmanager, apt dient der Paketverwaltung und unattended-upgrades automatisiert Sicherheitsupdates.

Welche Maßnahme ist NICTE Teil des SSH-Hardening zur Absicherung des Server-Zugangs?
  • A) Deaktivierung des Passwort-Logins
  • B) Verwendung von Schlüsselauthentifizierung
  • C) Aktivierung des Root-Logins per SSH
  • D) Änderung des Standard-SSH-Ports

Richtige Antwort: C. Das Aktivieren des Root-Logins per SSH ist unsicher und widerspricht dem SSH-Hardening. Die anderen Optionen sind bewährte Sicherheitsmaßnahmen: Passwort-Login-Deaktivierung, Schlüsselauthentifizierung und Portänderung reduzieren die Angriffsfläche.

Was ist die Hauptfunktion von systemd in einem Ubuntu Server?
  • A) Paketverwaltung und Installation von Software
  • B) Verwaltung von Systemdiensten und Startskripten
  • C) Konfiguration von Netzwerk-Interfaces
  • D) Automatisierte Installation von Sicherheitsupdates

Richtige Antwort: B. systemd ist das init- und Systemmanager-System, das alle Systemdienste, Startskripte und Ressourcen durch eine einheitliche Architektur mit Units verwaltet. Paketverwaltung erfolgt durch apt, Netzwerkkonfiguration erfolgt durch separate Tools und Sicherheitsupdates werden durch unattended-upgrades automatisiert.

Welcher Befehl aktualisiert zuerst die Paketlisten und installiert dann alle verfügbaren Updates automatisch?
  • A) sudo apt upgrade
  • B) sudo apt update
  • C) sudo apt update && sudo apt upgrade -y
  • D) sudo apt install --upgrade

Richtige Antwort: C. Der Befehl sudo apt update && sudo apt upgrade -y aktualisiert zuerst die Paketlisten mit apt update und installiert dann alle verfügbaren Updates mit apt upgrade -y. Die Option -y bestätigt alle Installationen automatisch ohne manuelle Eingabe.